Skulptur könnte polarisieren: Der blaue Blickfang

FOTO: KÖPPEN

Er ist knapp sieben Meter groß, in kräftigem Blau gehalten und ziert den Altenerdinger Vorplatz der Raiffeisenbank Erding: der Morning Man. So heißt die Figur, die Harry S. aus einem Eschenstamm angefertigt hat. Zusammen mit den fünf Portraits, die Raiffeisen-Gründer Friedrich Wilhelm Raiffeisen aus verschiedenen Blickwinkeln darstellen, verschmelzen die Objekte zu einem Gesamtkunstwerk. Mit einem Festakt wurde die Skulptur anlässlich des 200. Geburtstag von Raiffeisen am Mittwoch eingeweiht.

Zahlreiche Ehrengäste ließen sich dieses Ereignis nicht entgehen. Allen voran Schirmherrin Ulrike Scharf, Stadtchef Max Gotz, Bürgermeisterin Gerlinde Sigl (Lengdorf), Bürgermeister Georg Wiester (Eitting) sowie Vertreter des Aufsichtsrats und natürlich Künstler Harry Seeholzer.

„Es ist ein mit beiden Händen winkender Mann, der die Leute hier in der Bank willkommen heißt. Er lädt sie ein, die Bank zu betreten“, beschreibt Künstler Seeholzer seinen „Morning Man“, den er als Leihgabe der Bank überlässt. Inspiriert wurde Seeholzer durch einen Amerikaner, der am Strand mit erhobenen Händen die Menschen begrüßt. Das Blau symbolisiert zum einen die Hauptfarbe der Bank und zum anderen das Sacré Bleu der Renaissance. „Die Heilige Familie wurde damals in Blau gemalt“, so Seeholzer. Mehrere Schichten Tusche wurden auf weißem Hintergrund lasiert, um dem 1,5 Tonnen schweren Morning Man seine Couleur zu geben.

Zu sehen sind außerdem fünf Darstellungen Raiffeisens. „Es sind verschiedene Blickwinkel mit vielen Gesichtszügen, wie man einen Menschen darstellen kann“, erklärte der Künstler. Dabei dominiert die Farbe orange. Die Bilder entstanden in Acryl auf Leinwand, wurden auf einen Großscanner projiziert und auf Hinterglas gedruckt. Beide Werke bilden das Kunstwerk, „die Verbindung ist die Farbe“, so der Kulturpreisträger.

„Es war eine meiner schwierigsten Arbeiten“, sagt Seeholzer. So müssen zwei Kunstwerke zu einem Bild verschmelzen. Zudem ist blau eine Primärfarbe, orange eine Sekundärfarbe. Mischt man die beiden, erhält man fades Braun. Ein Jahr hat Seeholzer an diesen Werken gearbeitet.

Ins rechte Licht werden die Objekte durch die passende LED-Beleuchtung illuminiert.

Das Holz stammt übrigens aus einem Wald in Altfraunhofen (Landkreis Landshut). „Es ist schon amüsant, dass der junge Mann so aus Altfraunhofen kommt“, sagte Seeholzer schmunzelnd.

Glückliche Gesichter gab es bei den Vertretern des Hospizvereins, den die Raiffeisenbank Erding mit einem Scheck in Höhe von 3000 Euro bedachte. Freudig nahmen Vorsitzender Dr. Johannes Schollen und Vorstandsmitglied Burkhard Köppen den Geldsegen entgegen.

Die Kunstwerk-Einweihung bildete den Auftakt zu einer Reihe an Veranstaltungen, mit denen der 200. Geburtstag Raiffeisens gefeiert werden soll. Raiffeisens Credo „Was einer nicht schafft, schaffen viele“ steht immer im Mittelpunkt. „Genossenschaftlich denken, heißt auch solidarisch handeln“, hatte Schirmherrin Ulrike Scharf betont. „Herzlichen Glückwunsch zu dieser Idee und herzlichen Glückwunsch zu dieser Umsetzung“, betonte die Staatsministerin a. D.

Gefeiert wird noch das ganze Jahr. So wird am 13. September beim Auftritt von DeSchoWieda im Stiftungszelt (nach dem Herbstfest) ein Kartenkontingent vorrätig haben. Die jungen Kunden dürfen auf einer eigenen Membercard-Party feiern. Und an die Kindergärten im Einzugsgebiet werden Pixi-Bücher über das Leben von Raiffeisen verteilt. Die musikalische Umrahmung der Einweihung hatten die Stadtkapelle Erding und die Haindl-Geiger übernommen. Die Lacher hatte Kabarettist Julian Wittmann aus Lengdorf auf seiner Seite. Daniela Oldach / Bild: Köppen

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